So war der 16. Rhein-Main Testing Day “Testing von und mit KI”

08.07.2024
Anna-Christina Feldhusen
Am 2. Juli 2024fand der 16. ASQF Rhein-Main Testing Day unter dem Motto “Testing von und mit KI – Grundlagen, Herausforderungen & Anwendungspraxis” statt. In einer Welt, in der Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Einzug in verschiedene Branchen hält, wurde die Veranstaltung genutzt, um die neuesten Entwicklungen, Herausforderungen und praxisorientierten Anwendungen von KI im Bereich des Testens zu beleuchten.

Neben dem bewährten Open Space Format gab es in diesem Jahr drei Keynotes, die verschiedene Aspekte im Umgang mit KI beleuchteten.

Dr. Gerhard Runze: “KI und QS: Evolution oder Revolution?”

Den Anfang machte Dr. Gerhard Runze (imbus AG) mit dem Vortrag „KI und QS: Evolution oder Revolution?“, in dem er die transformative Rolle von KI in der Qualitätssicherung diskutierte. Im Fokus standen dabei aktuelle und aufkommende KI-Tools, die bereits jetzt oder in naher Zukunft genutzt werden können, und skizzierte, wie sich Tester:innen auf diese neuen Technologien vorbereiten sollten. Dr. Runze betonte, dass Tester:innen nicht nur von KI profitieren können, sondern diese Werkzeuge aktiv nutzen müssen, um in der sich schnell entwickelnden Landschaft der Qualitätssicherung relevant zu bleiben.

Dr. Alin Seegel: “Rechtliche Aspekte beim Testen mit KI”

Anschließend widmete sich Dr. Alin Seegel (CSW Rechtsanwälte) in ihrer Keynote „Rechtliche Aspekte beim Testen mit KI“ den besonderen Herausforderungen beim Einsatz von KI. Sie betonte die Wichtigkeit, rechtliche Aspekte zu beachten, insbesondere im Zusammenhang mit Datenschutz und Urheberrecht. Dr. Seegel stellte sich außerdem die Frage, wer als Urheber eines durch KI-Modelle wie ChatGPT generierten Ergebnisses gilt und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind, um die Integrität von Entwicklungen zu gewährleisten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Keynote war der neue AI-Act der EU, dem das EU-Parlament am 13. März 2024 zugestimmt hat. Dieser tritt bald in Kraft und setzt strenge Richtlinien für den Einsatz von KI-Technologien. Dr. Seegel hob hervor, dass Entwickler:innen und Unternehmen sich an diesen rechtlichen Rahmenbedingungen orientieren müssen, um die Chancen, die KI-basierte Chatbots bieten, optimal zu nutzen und gleichzeitig rechtliche Risiken zu minimieren.

Tim Böhm: “Barrierefreiheit testen – unterstützt durch KI”

Vertieft in den technischen Aspekt beim Einsatz von KI beleuchtete Tim Böhm (Testfabrik AG) den Einsatz von KI für die Barrierefreiheitsprüfung von Webseiten. Er zeigte auf, wie KI die Effizienz und Effektivität von Tests steigern kann, indem sie manuelle Vorgänge ergänzt oder ersetzt. Insbesondere hob er hervor, in welchen Bereichen der Einsatz von KI besonders vielversprechend ist und wo noch Herausforderungen bestehen.
Sein Vortrag unterstrich die Notwendigkeit, KI-gestützte Tools zu nutzen, um die Zugänglichkeit von Webseiten für alle Benutzer sicherzustellen und gleichzeitig die Testprozesse zu optimieren. Die Teilnehmer:innen erhielten von Tim Böhm wertvolle Einblicke, wie sie KI zur Verbesserung der Barrierefreiheit einsetzen können.

Die Präsentationen aller Keynotes finden Sie zum Nachlesen im ASQF Mitgliederbereich.

Open Space

Daneben bot der Open Space dieses Mal Raum, um verschiedenen Fragen nachzugehen und intensiv zu diskutieren. So meldeten sich viele Teilnehmer:innen zu Wort und wiesen darauf hin, dass in der Testing-Community grundsätzlich großes Interesse am Einsatz von KI in den Testaktivitäten besteht. Einen richtigen Startpunkt zum Einsatz von KI zu finden, fällt aber noch teilweise schwer. Aktuell gibt es erste Versuche mit Codegeneratoren oder Testfalldesign mittels Chat-GPT oder anderen Large Language Modellen. Einige Teilnehmer:innen benutzen KI außerdem zur Erzeugung von ersten Drafts von beispielsweise Testautomatisierungsstrategien, die aber bislang „nur“ als Diskussionsgrundlagen verwendet werden. Viele waren sich einig, dass eine KI ohne den prüfenden menschlichen Aspekt noch nicht funktioniert.
Außerdem tauschten sich die Teilnehmer:innen darüber aus, wo KI im Testing-Alltag weiterhelfen könnte; z.B. um Dubletten bei Defects zu finden, zusätzliche Testfalle zu designen und viele „Dinge, die uns keinen Spaß machen“.

Abschluss und Ausblick

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die wichtigsten Erkenntnisse des Tages zusammengefasst. Es wurde deutlich, dass KI das Potenzial hat, das Testen grundlegend zu verändern, jedoch auch neue Herausforderungen mit sich bringt. Der Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Community sind entscheidend, um die Chancen der KI im Testen bestmöglich zu nutzen.

Der 16. ASQF Rhein-Main Testing Day war ein voller Erfolg und bot den Teilnehmern wertvolle Einblicke und Inspirationen für die zukünftige Arbeit mit und an KI im Testen. Die Vorfreude auf die nächste Ausgabe und die weiteren Entwicklungen in diesem dynamischen Feld ist groß.

Ein besonderes Dankeschön gilt an dieser Stelle den Speakern und den Ausstellern & Partnern, ohne die der erfolgreiche Rhein-Main Testing Day nicht möglich wäre:
Seibert Media, implementation flow Network, KEGON, CGI Deutschland B.V. & Co. KG, FINIUS GmbH, imbus Rhein-Main GmbH, tecmata GmbH, Testfabrik Consulting & Solutions AG, UBS Hainer GmbH.

 

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