Quality Day Berlin

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„ALM Tools – brauchen wir so etwas auch im agilen Umfeld um gut testen zu können?“

Application Lifecycle Management (ALM) begleitet uns bei der gesamten Entwicklung unserer Produkte: von der Erstellung der Anforderungen bis zur Wartung des Produkts.

Aber brauchen wir so etwas auch noch im agilen Umfeld ?

Und wenn ja – gibt es auch entsprechende gute Werkzeugunterstützung (ALM-Tools) ?

Damit wollen wir uns bei dem diesjährigen ASQF Quality Day beschäftigen.

Zunächst werden in einigen Vorträgen verschiedene Beispiele vorgestellt und Tool-Hersteller zeigen ihre neuesten Entwicklungen.

Im weiteren Verlauf des Tages möchten wir uns mit den Teilnehmern über Erfahrungen mit verschiedenen Tools, Erwartungen an die Tools austauschen und z.B. „use cases“ zu den benötigten Tools entwickeln.

*Der Quality Day Berlin findet unter dem Code of Conduct aller ASQF-Events statt.*

 

09:00 Uhr Eröffnung
09:15 Uhr E. Wunderlich (ASQF) „ALM Tools – Ein Überblick „
09:45 Uhr Steffen Schild (ALTEN): „Traceability. Ist das agil oder kann das weg?”
10:30 Uhr Dr. Roman Meier (ITPower Solutions GmbH): „Agile Entwicklung auf einer ALM-Plattform: Ein Hands-On-Beispiel“
11:15 Uhr Dr. Thomas Fehlmann (Euro Project Office): „ALM für cyber-physikalische Produkte“
12:00 Uhr Mittagspause
13:00 Uhr Elevator Pitch Aussteller/Tool Hersteller
13:15 Uhr Dierk Engelhardt (imbus AG) “Bleibt „richtig machen“ auf der Stecke, weil nur noch „schnell machen“ geht?”
14:00 Uhr World Café
15:30 Uhr Vortrag Frank Heise (PTA) „Auswahl eines ALM-Tools“
16:15 Uhr Zusammenfassung und Ende der Veranstaltung
Steffen Schild (ALTEN): „Traceability. Ist das agil oder kann das weg?”
Abstract:
Traceability ( Verfolgbarkeit ) ist ein wichtiges Thema in Bezug auf Nachhaltigkeit, Wartbarkeit, auch ein wichtiges Mittel zur Ermittlung von Abdeckungen wie z.B. Testabdeckung oder Anforderungsabdeckung. Traceability ist wichtig für die Zuordnung von Bugberichten zu entsprechenden Funktionalitäten, Anforderungen, User Stories oder Bereichen der Applikation, in denen sie aufgetreten sind. Evtl. auch zur Zuordnung zu Teststufen oder Testumgebungen. Die Informationen aus diesen Verknüpfungen helfen bei der Risikoanalyse, bei der Bewertung von notwendigen oder wünschenswerten Änderungen im Rahmen einer Auswirkungsanalyse.

In großen Projekten, für Produkte, die für sicherheitskritische Bereiche oder in sehr risikobehafteten Umgebungen entwickelt werden, wird diese Verfügbarkeit oft innerhalb großer Software-Entwicklungs-Tools hergestellt und gepflegt. In der FDA-regulierten Medizintechnik, in der Automobilindustrie bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge, in der Luftfahrttechnik usw.

Aber wie sieht es in „kleineren“, weniger regulierten Bereichen aus? In den typischen „agilen“ Projekten, bei StartUps, oder in der Transition hin zu agilen Vorgehensweisen. Wird dort eine solche Traceability erzeugt bzw. gepflegt? Hier ist die Verwendung von großen Software-Entwicklungs-Suiten, sogenannten ALM-Tools eher unüblich.

Schlanke Entwicklung, wenig Overhead, nur das dokumentieren was wir als Entwicklungsteam für uns wirklich brauchen. Rechtfertigt allein die Traceability ein schwergängiges und „alles bestimmendes“ ALM-Tool? Was gibt es für Alternativen, die im agilen Sinn schlanker sind, aber dennoch den Zweck erfüllen im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Wartbarkeit?

In diesem Vortrag wollen wir dem Thema auf den Grund gehen. Die Situation in verschiedenen Projekten aufzeigen und Möglichkeiten analysieren.

Dr. Roman Meier (ITPower Solutions GmbH): „Agile Entwicklung auf einer ALM-Plattform: Ein Hands-On-Beispiel“
Abstract:
In den letzten Jahren erfreuen sich verschiedenste agile Ansätze in der Softwareentwicklung zunehmender Beliebtheit. Ziel eines agilen oder leichtgewichtigen Entwicklungsprozesses ist es, möglichst früh und schrittweise ausführbare Software zu erstellen und zu validieren.
Eine Charakteristik agiler Entwicklung ist die im Vergleich zu klassischen Ansätzen hohe Veränderungsgeschwindigkeit der Artefakte. Diese der schnellen Taktung der Prozesse und kontinuierlichen Reaktion auf Veränderungen geschuldete Volatilität macht die Verwaltung der Artefakte sowie die Pflege der Traceability tendenziell anspruchsvoller. Agile Entwicklung zeichnet sich zudem oft durch hohe Automatisierung (z.B. kontinuierliche Integration und Continuous Deployment) aus, und auch das agile Testen findet oft automatisch in kurzen Iterationen als direkte Reaktion auf Software Commits statt.
Zum Management dieser dynamischen und komplexen Abläufe gibt es spezielle (Application Lifecycle Management) ALM-Tools, welche eine Plattform bereitstellen, mit derer Hilfe der gesamte Lebenszyklus einer Softwareanwendung verwaltet werden kann.
In diesem Vortrag sollen die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von ALM-Tools im agilen Entwicklungsprozess exemplarisch anhand der ALM-Plattform „codebeamer“ von Intland Software und eines kleinen Projektes demonstriert werden.

Über den Referenten:
Dr. Roman Meier studierte und promovierte im Fachbereich Experimentalphysik an der Universität Bayreuth. Anschließend arbeitete er über fünf Jahre in der Elektronikherstellung und ‑entwicklung für medizinische Anwendungen als Test- und Prozessingenieur sowie als Projektleiter.
Seit Anfang 2022 ist er bei der ITPower Solutions GmbH beschäftigt, ein in Berlin ansässiges Unternehmen, welches Tools und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Entwicklung eingebetteter Systeme, unter anderem in den Bereichen Automobilindustrie, Medizintechnik und Bahntechnik, anbietet. Dort ist er vor Allem in der Prozessberatung und im Anforderungsmanagement tätig.

Dr. Thomas Fehlmann (Euro Project Office): „ALM für cyber-physikalische Produkte“

Abstract:
DevOps hat sich in den letzten Jahren als der Produktlebenszyklus (ALM) der Wahl herausgeschält. Er hat die agile Produkteentwicklung nicht abgelöst, sondern diese in den Lebenszyklus cyber-physikalischer Produkte eingebettet. Zweck ist die kontinuierliche Weiterentwicklung vor allem der Software.
Allerdings haben die heutigen DevOps-Ansätze ähnliche Kinderkrankheiten wie die agile Produktent-wicklung vor 20 Jahren, als sie noch jung war. Viele, sogar wesentliche Prozesse sind ad hoc und nicht beherrscht; ähnlich, wie sich vor SCRUM jeder halbwegs organisierte Softwareentwicklungsansatz «agil» nennen durfte.
Unklar ist, wo genau in DevOps getestet wird, und noch unklarer, was. Es gibt keine klaren Anforderungen, ausser solchen, wie «das System muss fähig sein, zu lernen», die eigentlich nicht testbar sind. Angeblich spielt die Rückkoppelung aus Ops eine wichtige Rolle bei Dev, aber es ist ziemlich unklar, wie genau. Ferner ist die Zertifizierung solcher Produkte nach gängigen Sicherheitsstandards schwierig, weil sich das Produkt verändert und anpasst.
Es braucht also ein ALM für cyber-physikalische Produkte, das Anforderungen kontinuierlich sammelt und sie während dem gesamten DevOps-Lebenszyklus kontinuierlich testet. Der Ansatz nennt sich «Autonomous Real-Time Testing». Dank Kubernetes sind solche Ansätze heute realistisch und reali-sierbar, doch muss man sie verstehen, gezielt umsetzen und durchführen. Auch eine kontinuierliche Zertifizierung wird denkbar.

Über den Referenten:
Dr. Thomas Fehlmann ist Experte für Software-Metriken und -Tests, Lean Six Sigma Black Belt für schlanke und agile Softwareentwicklung und Förderer von kundenorientiertem Produktdesign und Testen. Die meiste Zeit seines Berufslebens hat er als Qualitätsmanager für Softwareunternehmen gearbeitet. Als solcher hat er einige Unternehmen mit Hilfe von Quality Function Deployment (QFD) und Six Sigma für Software zur globalen Marktführerschaft geführt. Seit 1999 leitet er das Euro Project Office und ist international als QFD-Experte und als Experte für Software- und Testmetriken anerkannt. Seit 2016 ist Thomas ein akademisches Mitglied des Athener Instituts für Bildung und Forschung. Thomas ist Mitglied der ASQF Arbeitsgruppe «Secure Software Engineering» und seit 2022 Leiter der ASQF-Fachgruppe Schweiz.
Thomas hält häufig Vorträge auf Konferenzen zu Themen wie Six Sigma, QFD, Softwarequalität, Soft-waretests, Produktmanagement, Softwaretechnik und Softwaremetriken.

 

 

Dierk Engelhardt (imbus AG) “Bleibt „richtig machen“ auf der Stecke, weil nur noch „schnell machen“ geht?”

Abstract:
Entwicklungsprozesse werden auf Geschwindigkeit getrimmt, werden über den gesamten Lifecycle immer kleinteiliger und automatisierter. Das Ziel, Fehler und Qualitätsmängel sehr früh bei der Entstehung eines Produktes zu führt gleichzeitig dazu, dass QS-Maßnahmen und Tests an immer mehr Stellen im Prozess stattfinden müssen, aber auch dafür immer weniger Zeit bleibt.
Das immer öfter zu hörende Credo „der Prozess ist so schnell, dass in der Produktion gefundene Fehler unverzüglich korrigiert werden können“ führt immer wieder dazu, dass mehr Wert auf die Geschwindigkeit der Abläufe und Prozesse, als auf deren Güte gelegt wird. Da bleibt dann das „richtig machen“ auf der Strecke.

Die zu entwickelnden Systeme werden größer, nutzen immer mehr Technologien und werden dabei auch noch laufend reicher an Varianten. Dies führt zwangsläufig zu einer Explosion der Testfallmenge und der QS-Maßnahmen, die auch noch über die iterativen Entwicklungszyklen hinweg laufend weiter steigen. So werden Regressionstests und End-to-End-Tests im wahrsten Sinne des Wortes zu einer riesigen Herausforderung.

Eine Lösung dieses Problems ist der Einsatz von immer mehr spezialisierten Methoden und Werkzeugen, die dann konsequenterweise auch in ein ALM-Tool bzw. zu einer ALM-Toolsuite integriert werden müssen.
Am Beispiel des Systemtests werden Methoden vorgestellt, die unter diesen Bedingungen „richtig“ und „schnell“ vereinen helfen und dauerhaft sicherstellen, somit letztendlich auch Anforderungen an moderne ALM-Tools bzw. Toolsuiten darstellen.

Über den Referenten:
Dierk Engelhardt ist Produktmanager der TestBench – das Testmanagement- und Testdesignwerkzeug der imbus AG. Mit seiner langjährigen Erfahrung berät und begleitet Dierk Engelhardt Kunden bei der Einführung und maßgeschneiderten Integration von Werkzeugen in den Software-Entwicklungsprozess. Weiterhin berät er beim Aufbau von agilen Teams und der Integration des Tests in den agilen Kontext.

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Dr. Erhardt Wunderlich

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Sascha Hackel

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