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IoT im Fokus: Wir fragen – NXTGN antwortet

Warum bieten Sie den CPIoT-Kurs des ASQF an?
“Das IoT ist ein Begriff, der sowohl in unterschiedlichen Branchen als auch Bereichen eines Unternehmens und Anwendungsfällen anders definiert wird. Wir nutzen IoT zur Schaffung neuer Servicemodelle. Damit dies gelingt, muss der Klärungsbedarf im Unternehmen gestillt werden, denn nur wer die Technologie versteht, kann sie auch effektiv anwenden. Für uns bedeutet IoT „Prozesssicherheit“ und wir sehen in der Schulung eine gute Möglichkeit, unser Vorgehen bei der Implementierung von IoT zu teilen und Begriffe zu erklären. Durch gemeinsames Lernen ergibt sich die Chance, einen Standard für IoT zu schaffen.”

Welche Chancen & Gefahren sehen Sie im Internet der Dinge?
“Das Internet der Dinge ist keine Option, sondern ein Weg, den jedes Unternehmen auf kurz oder lang – besser kurz – beschreiten muss. In Zukunft werden Maschinendaten in höherem Maße in die Geschäftsprozesse einfließen und diese lenken. Die Chance besteht in neuen Erkenntnisgewinnen, durch die sich der Kundenservice aber auch die gesamte Produktpalette optimieren lassen. Häufige Sicherheitsbedenken sind berechtigt, dürfen die Akteure aber nicht hemmen. Die sichere Datenverarbeitung ist eine Grundvoraussetzung für das IoT und darf nicht als Hindernis wahrgenommen werden.
Das IoT beschreibt eine gigantische Welt mit unendlich vielen Lösungsansätzen, da ist es nur verständlich, dass jeder das Thema aus einer anderen Perspektive betrachtet. Am Ende reden viele über den gleichen Begriff, meinen aber etwas komplett anderes.
Durch die ansteigende Komplexität, kann ein Unternehmen allein, die volle Bandbreite von IoT nicht mehr abdecken. Daher braucht es ein Netzwerk aus Digitalisierungsexperten.”

Welche Voraussetzungen und Eigenschaften müssen die Teilnehmer des CPIoT-Kurses mitbringen?
“Die Teilnehmer sollten ein gewisses technisches Verständnis mitbringen und dem Thema IoT offen und interessiert gegenüberstehen. Insgesamt bietet der Kurs eine fundierte Wissensgrundlage für alle Akteure im Unternehmen, die eine IoT-Initiative betreuen und neue Standards schaffen möchten.”

Inwiefern trägt das Internet der Dinge zu neuen Geschäftsmodellen bei?
“Jedes Gerät wird in Zukunft mit dem Internet verbunden sein und Daten transferieren. Das Internet der Dinge ist also nur eine weitere Datenquelle – wenn auch eine sehr bedeutsame und effiziente – aus der Erkenntnisse zur Entwicklung sekundärer Produktmerkmale oder neuer Geschäftsmodelle, wie dem Connected Field Service, abgeleitet werden können.”

Wie sieht die Zukunft des IoT aus?
“Heute verbinden Menschen den Begriff Internet noch immer mit Computern. Das IoT führt uns in eine Post-PC-Ära: Geräte sehen nicht mehr aus wie klassische PCs, lassen sich aber wie PC- oder Smartphone-Apps bedienen. Somit ändert sich auch, wie wir mit Technologien interagieren. Sprachassistenten befinden sich weiter auf dem Vormarsch. Schätzungen gehen davon aus, dass 2020 rund die Hälfte aller Suchanfragen über Sprachassistenten erfolgen. Virtual und Augmented Reality werden als Schnittstellen immer bedeutender und prägen auch die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden im zunehmenden Maße.
Der Anstieg an Daten sorgt auch für Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Je mehr Daten das KI-System zur Verfügung hat, desto präziser und schneller kann das System lernen und Befehle ausführen. Zusätzliche Intelligenz bedeutet, dass Prozesse, Funktionen und Systeme immer automatisierter durch Algorithmen und Roboter ablaufen.”

Der CPIoT-Kurs läuft unter der Überschrift „Quality Engineering for IoT“. Was macht denn den Begriff Quality Engineering aus?
“Quality Engineering im Kontext IoT bedeutet, dass es noch mehr vorausschauende Konzeptionierung für den Produktlebenszyklus braucht. Die Qualitätsfrage darf sich nicht mehr nur auf die Programmierung beschränken, sondern muss für den kompletten Lebenszyklus eines Produkts von Anfang bis Ende durchdacht sein. Hierzu zählen insbesondere Überlegungen zur Sicherheit und Umwelt, die zuvor nur eine untergeordnete Rolle spielten.
Insgesamt erfordert die hohe Skalierbarkeit und Überwachung der IoT Architektur mehr konstruktives Quality Engineering.”

Welche ethischen Aspekte des IoT sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig?
“Jeder bewertet das Thema IoT aus seinem persönlichen Blickwinkel heraus, was eine objektive Bewertung aufgrund der Komplexität oft unmöglich macht. Ingenieure sind grundsätzlich dem technischen Fortschritt verpflichtet, müssen aber auch Grenzen setzen und einhalten. Die Maschine sollte eigenständig Prozesse lenken, aber niemals die Entscheidungshoheit des Menschen übersteigen.”

Für NXTGN antwortete Patrick Franke

Patrick Franke ist Geschäftsführer der NXTGN SOLUTIONS GmbH in Neumarkt i.d.OPf.
Sein Anliegen ist es, die prozess- und softwareseitigen Herausforderungen der Digitalen Transformation im Mittelstand zu meistern.
Er blickt auf 20 Jahre CRM/ERP-Erfahrung und über 150 Projekte zurück.
NXTGN ist Systempartner von Microsoft Dynamics sowie Azure und integriert IoT in Service- und Produktentwicklungsprozesse.
Ehrenamtlich ist Patrick Franke Aufsichtsratsvorsitzender der ELMUG eG.

 

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