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Nachhaltigkeit beim 5. Quality Day Berlin

In Zeiten immer schnellerer Softwarelieferungen ist es unerlässlich neben der aktuellen Auslieferung bereits die nachfolgenden Auslieferungsaktivitäten im Hinterkopf zu haben. Nur durch eine konsistente und auf Nachhaltigkeit angelegte Denkweise werden wir in der Lage sein auch zukünftigem Markt- und Zeitdruck mit qualitativ akzeptabler Software entgegenzuwirken. Wie also wird Nachhaltigkeit in der Softwarequalität erreicht? Wer ist verantwortlich? Welche Anforderungen gibt es, um die Qualität der zu entwickelnden Software zu sichern? Wie wichtig ist die fachliche Kommunikation? Diese Fragen und mehr wurden beim 5. Quality Day Berlin „Responsibility and Sustainability – Qualität verantwortungsvoll und nachhaltig sichern“ diskutiert.

Besonders die letzte Frage nach der fachlichen Kommunikation zeigte sich als Schwerpunkt der Keynote „kein single, kein pair, sondern team programming“ des angesehenen Softwarequalitäts-Experten Prof. Dr. Andreas Spillner. Hierbei führte Prof. Dr. Spillner aus, dass bei der Entwicklung von Software, besonders im Agilen Vorgehen die Kommunikation zwischen allen Beteiligten eine wichtige Rolle spielt. Anhand des praktischen Beispiels der Kostenermittlung einer Taxifahrt wurden von ihm die Vorteile bei der Erstellung der Anforderungen, beim Entwurf der Schnittstellen, bei der Programmierung und beim Test verdeutlicht.

Ursula Meseberg, Mitgründerin und Geschäftsführerin von microTOOL, wiederum betonte die Traceability (Rückverfolgbarkeit) als nachhaltiges Qualitätsmerkmal. Auch in agilen Projekten muss ihrer Meinung nach Traceability lebbar sein. Es reiche nicht Traceability erst bei Anforderungen auf dem Niveau von User Stories aufzusetzen, sondern schon früher beim Geschäftsbedarf. Ihren Vortrag beschloss Ursula Meseberg mit einer Warnung, dass Post-Its in Agilen Projekten bei Problemfällen nicht rückverfolgbar sind.

Stefan Sader und Hubert Sommer von Allgeier Engineering zeigten in Ihrem Vortrag Wege zum Miteinander von Engineering und Qualitätssicherung auf. So leistet in ihren Augen das konstruktive Miteinander zwischen Engineering und Qualitätssicherung einen effektiven Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Qualität des Endprodukts bei gleichzeitiger Senkung der anfallenden Kosten und des Zeitaufwands. Gemeinsam beleuchteten Sader und Sommer verschiedene Aspekte, wie z.B. Freiräume im Tagesgeschäft und gute Kommunikation, die für ein konstruktives Miteinander verantwortlich sind.

Im Anschluss an ein World Café stand die Testautomatisierung bei Marc-Florian Wendlands (Fraunhofer FOKUS) Vortrag „Nachhaltige Softwarequalität durch und bei der Testautomatisierung“ im Mittelpunkt. Wendland betonte, dass Testautomatisierung ein Schlüssel zum Erfolg nachhaltiger Softwarequalität ist, allerdings auch nur dann wenn das Automatisierungsvorhaben auf Nachhaltigkeit an sich angelegt ist. Denn während in anderen Branchen die Automatisierung von Arbeitsschritten als hoch komplexer Prozess, der einer guten Planung bedarf, akzeptiert ist, scheint dies jedoch nicht in diesem Maße für den Softwartest zu gelten.

Wie sich Nachhaltigkeit mit agiler Kurzlebigkeit verträgt, erläuterte zum Schluss Steffen Schild (CLEAR Group). Denn kurze Sprints, kleine UserStories bedeuten aus Test-Sicht, dass sich Anforderungen bzw. Funktionalitäten oft ändern und bereits existierende Testfälle entsprechend angepasst werden müssen, sich verändern oder ganz wegfallen. Wie also das Team z.B. die Wartbarkeit der Testfälle in agilen Projekten sicherstellt, erklärte Steffen Schild anhand von praktischen Beispielen.

Zum Schluss fanden sich die Referenten zu einer kurzen Fishbowl zusammen, in der das Thema „Nachhaltige Softwarequalität und Agilität – das gibt es doch gar nicht!“ erörtert wurde. Schließlich fanden sich die Teilnehmer zu einem gemütlichen Get Together zusammen und diskutierten weiter über die Themen und Fragen des 5. Quality Days Berlin.

Die Fachgruppenleiter Dr. Erhardt Wunderlich und Marc-Florian zeigten sich sehr zufrieden mit dem fünften ASQF Quality Day Berlin und versprechen eine Wiederholung im nächsten Jahr. Ein großes Dankeschön geht dabei an die Sponsoren Allgeier Engineering, German Testing Board e.V., iSQI GmbH, IT Power Solutions, microTOOL, Sogeti und die Partner d.punkt-Verlag und SIBB.

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