Souverän digital – getestet sicher!

Die Diskussion um digitale Souveränität gewinnt an Dringlichkeit. In einer Zeit wachsender Unsicherheiten stellen sich immer mehr Menschen und Unternehmen die Frage, wie abhängig sie von amerikanischen Technologiekonzernen sein möchten – und welchen Preis sie dafür zahlen. Müssen wir unsere Daten weiterhin aus der Hand geben? Oder ist jetzt der Moment, konsequent auf europäische Alternativen zu setzen, die Datenschutz, Transparenz und Kontrolle gewährleisten?
Europa bietet längst tragfähige Lösungen:

  • Datenschutz nach europäischen Standards,
  • Serverstandorte innerhalb der EU,
  • Open-Source-Ansätze, die Unabhängigkeit und Nachvollziehbarkeit fördern.

Der ASQF Testing Day NRW 2026 widmet sich genau diesen Themen. Gemeinsam wollen wir beleuchten, wie sich verantwortungsvolle Datennutzung und ethische Grundsätze vereinen lassen und welche Open-Source-Alternativen im Softwaretest echte Optionen darstellen.

Agenda

09:30 - 10:00 Uhr: Ankommen & Registrierung | Begrüßungskaffee und Networking

10:00 - 10:15 Uhr: Begrüßung & Eröffnung | Offizielle Einleitung des Testing Days durch den ASQF

10:15 - 10:35 Uhr: Impulsvortrag: „Digitale Souveränität oder digitale Abhängigkeit?“ – Georg Sehl

10:35 - 11:15 Uhr: Souveränität, Qualität, Ethik: Querschnittsanforderungen systematisch im Softwaretest verankern – Dr. Eva Spieker & Katrin Kirchert (init AG)

11:15 - 11:45 Uhr: Kaffeepause & Networking

11:45 - 12:25 Uhr: Qualität ökologisch oder rechtlich – Wer testet die EU-Richtlinie einer kommerziellen KI? – Martin Emmler (WTTV)

12:25 - 13:05 Uhr: Automatisches Testen von KI-Agenten – Thomas Fehlmann (E-P-O)

13:05 - 14:00 Uhr: Gemeinsame Mittagspause

14:00 - 14:40 Uhr: Digital Independence - mit Self-Hosting und Open Source selbstbestimmt arbeiten – Lars Müller (Consid)

14:40 - 15:20 Uhr: Digitale Souveränität in der Praxis – Wie openDesk sichere und unabhängige Kollaboration ermöglicht – Dr. Michael R. Geiß (DACHS IT GmbH)

15:20 - 15:50 Uhr: Kaffeepause & Networking

15:50 - 16:30 Uhr: Agile Mobile App Test Automation – Eine flexible, modulare und praxiserprobte Architektur – Michael Soyka (Kraftfahrt-Bundesamt [KBA]) & Süleyman Simsek (conet Deutschland)

16:30 - 16:45 Uhr: Abschlussdiskussion & Verabschiedung

Die Vorträge

Digitale Souveränität oder digitale Abhängigkeit?

Digitale Souveränität bedeutet die Fähigkeit eines Staates, eines Unternehmens, einer Organisation oder einer Einzelperson, im digitalen Raum selbstbestimmt, unabhängig und frei zu handeln. Dazu gehören unter anderem: die Kontrolle über die eigenen Daten, Regelungshoheit, technologische Unabhängigkeit, Wahlfreiheit und Sicherheit & Datenschutz.
Doch was unterscheidet Digitale Souveränität von Fremdbestimmung auf der einen und Autarkie auf der anderen Seite?
Was sind die Risiken bei nicht vorhandener oder eingeschränkter betrieblicher, technologischer, juristischer und Daten-Souveränität?
Welche Risiken und Gefahren verbergen sich im ‘‘CLOUD Act’’ (‘‘Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act’’) sowie in der Macht außer-europäischen Tech-Monopolen und Vendor-Logins?
Georg Sehl

Georg Sehl

Georg Sehl arbeitete als Test Analyst, Test Consultant und Trainer - und seit 2008 durchgehend als Test Manager in unterschiedlichen Kundenprojekten (public, insurance/banks, automotive) mit unterschiedlichen Vorgehensweisen (traditionell, hybrid und agil). Seit Juli 2025 ist er im (Un-) Ruhestand und engagiert sich in Themen wie Digital Sovereignty, Digital Resilience und Cybersecurity sowie den Chancen und Risiken von KI.

Souveränität, Qualität, Ethik: Querschnittsanforderungen systematisch im Softwaretest verankern

Digitale Souveränität ist längst keine rein politische Vision mehr, sondern eine ganz praktische Anforderung an moderne Softwareentwicklung – und damit auch an das Test-Management. Wer übt die tatsächliche Kontrolle über Daten, Werkzeuge und Prozesse aus? Viele Unternehmen setzen heute auf cloudbasierte, proprietäre Lösungen außereuropäischer Anbieter – häufig aus Gewohnheit und mangels bekannter Alternativen. Oft nehmen sie dabei fehlende Transparenz über Datenflüsse und Nutzungsrechte sowie langfristig auch mögliche Lock‑in‑Effekte in Kauf.
Dieser Vortrag beleuchtet jenseits abstrakter politischer Debatten, was digitale Souveränität im Kontext des Softwaretestens konkret bedeutet und wie sie sich systematisch und praxisnah umsetzen lässt. Dabei wird das Test-Management zur zentralen Instanz, um Qualität, Compliance und ethische Anforderungen gemeinsam zu steuern, ohne Selbstbestimmung einzubüßen. Es verbindet Architektur und Betrieb mit den Querschnittsthemen Datenschutz, Barrierefreiheit und Informationssicherheit und verankert sie konsequent in der Teststrategie. Anhand praxisnaher Beispiele zeigen wir, wie sich digitale Souveränität im Testing etablieren lässt: mit klaren Governance-Regeln, Privacy-by-Design und einer bewussten Einbindung von Open-Source-Alternativen.
Dr. Eva Spieker

Dr. Eva Spieker

]init[ AG

Dr. Eva Spieker ist Softwaretesterin mit Schwerpunkt auf Testmanagement

Katrin Kirchert, LL.M.

Katrin Kirchert, LL.M.

]init[ AG

Katrin Kirchert, LL.M. ist Volljuristin mit Schwerpunkt auf Compliance.

Qualität ökologisch oder rechtlich

Unterschied zwischen Künstlicher Intelligenz, Selbstlernende Systeme und Regelbasiertem System Filme „Nr. 5lebt“ und „War Games“ arbeiten an der Frage ist das künstliche Intelligenz… Newton Crosby (Schauspieler Steve Gutenberg) versucht herauszufinden, ob Nr. 5 intelligent ist. Während bei War Games ein Computer die automatische Steuerung von Atomwaffen übernimmt und irgendwie erklärt bekommen muss, dass er lernt, das es bei einem Atomkrieg keinen Sieger gibt. EU-Richtlinie zur Künstlichen Intelligenz Sind wir im Stande diese Richtlinie „vollständig“ zu testen? Endfrage: Wer testet die EU-Richtlinie einer kommerziell bereitgestellten Künstlichen Intelligenz?
Dieser Vortrag beleuchtet jenseits abstrakter politischer Debatten, was digitale Souveränität im Kontext des Softwaretestens konkret bedeutet und wie sie sich systematisch und praxisnah umsetzen lässt. Dabei wird das Test-Management zur zentralen Instanz, um Qualität, Compliance und ethische Anforderungen gemeinsam zu steuern, ohne Selbstbestimmung einzubüßen. Es verbindet Architektur und Betrieb mit den Querschnittsthemen Datenschutz, Barrierefreiheit und Informationssicherheit und verankert sie konsequent in der Teststrategie. Anhand praxisnaher Beispiele zeigen wir, wie sich digitale Souveränität im Testing etablieren lässt: mit klaren Governance-Regeln, Privacy-by-Design und einer bewussten Einbindung von Open-Source-Alternativen.
Martin Emmler

Martin Emmler

WTTV

Martin Emmler ist Diplom-Mathematiker.

Automatisches Testen von KI-Agenten

Künstliche Intelligenz (KI) ist heutzutage weit verbreitet und Teil vieler intelligenter Systeme und KI-Agenten, die Unternehmen unterstützen sollen. Wie sollte man jedoch einen solchen Agenten testen, insbesondere wenn sein Verhalten sicherheits- oder geschäftskritisch ist? Was passiert, wenn ein KI-Agent Kunden falsche Preise anbietet oder ein Auto gegen ein Hindernis fährt? Daher muss das Testen von KI automatisiert möglich sein, obwohl KI nicht immer vorhersehbare Ergebnisse liefert, sondern solche, die letztendlich gerade gut genug sind. KI hat eine sehr hohe Release-Rate; ein Agent lernt während der Arbeit und kann sogar Reinforcement Learning einsetzen, um sein Verhalten zu ändern. In einem solchen Fall ist alles außer automatisiertem Testen kein Testen. Es ist daher unerlässlich, zu verstehen, was KI ist und wie sie funktioniert, um Best Practices für die Implementierung automatisierter Tests anzuwenden. Die Präsentation befasst sich mit Best Practices für das Testen von KI-Agenten, unabhängig davon, in welchem Geschäftsbereich das Testen solcher Agenten erforderlich sein könnte. Der Ansatz nutzt KI und QFD, um die erforderlichen Modelle des zu testenden Systems zu erstellen.

Thomas Fehlmann

Thomas Fehlmann

Euro Project Office AG

Thomas Fehlmann ist freiberuflicher Unternehmer, ASQF-Mitglied und Mitglied der Fachgruppen KI und SSE. Er stellt seine Erkenntnisse und Ergebnisse auf verschiedenen Konferenzen vor und veröffentlicht Fachartikel und Bücher. Im Jahr 2020 entwickelte und veröffentlichte er ein Konzept für autonome Echtzeit-Tests.

Digital Independence - mit Self-Hosting und Open Source selbstbestimmt arbeiten

Wie ein altes Notebook zu einem persönlichen Weg in die technologische Unabhängigkeit geführt hat, wie viele Schmerzen das bereitet hat und was man als Unternehmen davon lernen kann. Lars Müller arbeitet als UX- und Marketing-Experte für die schwedische IT-Beratung Consid und hat sich 2025 vorgenommen, zukünftig einen möglichst großen Bogen um Big Tech zu machen – zumindest privat. Ohne irgendwelche Linux-Kenntnisse oder Admin-Erfahrung ist es ihm gelungen, seine eigene lokale Server-Infrastruktur aufzubauen, proprietäre Tools abzulösen und Daten wieder unter die eigene Kontrolle zu bringen. Er berichtet von seiner Motivation, den gemachten Erfahrungen und einer wachsenden Community in Schleswig-Holstein. Das Bundesland ist nämlich Vorreiter in Sachen digitaler Souveränität und Open Source. Lars engagiert sich hier in verschiedenen Organisationen und Formaten wie opencampus, Digitale Woche Kiel, DiWiSH etc., um sein neuerworbenes Wissen zu teilen. Außerdem möchte er Unternehmen dazu anzuregen, sich durch größere digitale Autonomie nachhaltiger und resilienter aufzustellen. In seinem Vortrag zeigt er, warum das sinnvoll ist, was das mit Star Trek zu tun hat und wie es Schritt für Schritt gelingen kann, wenn man ein wenig Mut zum Aufbruch hat.

Lars Müller

Lars Müller

Consid

Lars Müller ist als UX / SEO / AI Consulting Trekkie auf der Suche nach digitaler Unabhängigkeit.

Digitale Souveränität in der Praxis – Wie openDesk sichere und unabhängige Kollaboration ermöglicht

Digitale Souveränität gewinnt für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Behördenzunehmend an Bedeutung. Der Vortrag zeigt praxisnah, wie Organisationen mit openDesk eine moderne Open-Source-basierte Kollaborationsplattform als Alternative zu Microsoft 365aufbauen können – unabhängig von proprietären Hyperscalern und unter Berücksichtigung hoher Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Compliance.

Dabei wird aufgezeigt, aus welchen Komponenten sich openDesk zusammensetzt, wie sich diese in bestehende Infrastrukturen integrieren lassen und warum sich aktuell viele Organisationen mit Themen wie Herstellerabhängigkeiten, steigenden Lizenzkosten und dem Wunsch nach mehr Kontrolle über Daten und digitale Arbeitsplätze beschäftigen.

Dr. Michael Geiß

Dr. Michael Geiß

DACHS IT

Dr. Michael Geiß ist Chief Marketing & Sales Officer der DACHS IT GmbH und beschäftigt sichschwerpunktmäßig mit der strategischen Positionierung und Einführung souveräner Open-Source-basierter Arbeitsplatzlösungen wie openDesk. Gemeinsam mit Kunden aus Wirtschaftund öffentlichem Umfeld begleitet er die Themen digitale Souveränität, moderne Kollaborationund Managed Services rund um openDesk. Dabei spricht er insbesondere über Alternativen zuMicrosoft 365, digitale Abhängigkeiten sowie die zunehmende Kosten- und Komplexitätsspiraleproprietärer Plattformen. Zuvor war er viele Jahre in leitenden Positionen in den BereichenMarketing, CRM und digitale Geschäftsmodelle im Handels-, E-Commerce- und B2B-Umfeldtätig – unter anderem bei Thalia und HSE24.

Agile Mobile App Test Automation – Eine flexible, modulare und praxiserprobte Architektur

Mobile Anwendungen sind in der öffentlichen Verwaltung angekommen – und mit ihnen die Frage, wie deren Qualität unter echten Bedingungen wirklich sichergestellt werden kann. Nicht mit einer Handvoll manueller Testfälle, sondern mit einer Strategie, die im Projektalltag standhält – auch dort, wo manuelle und automatisierte Tests Hand in Hand laufen.

Trotz aller Erfahrungen mit Testautomatisierung der hauseigenen Prozesse, stellte die Planung von Tests über den gesamten Lebenszyklus der von einem Unterauftragnehmer entwickelten Anwendung für ein digitales Dokument bei den gleichzeitig begrenzten Ressourcen einer Bundesbehörde völlig neue Herausforderungen. Die Entscheidung wurde getroffen, die benötigten Testfähigkeiten durch den externen Dienstleister conet Deutschland GmbH zu ergänzen.

Süleyman hat ein Testautomatisierungs-Framework entwickelt, das in dem inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Projekt dieser Behörde seinen Einsatz gefunden hat. Es basiert auf Java, Maven, Appium, TestNG und Cucumber und deckt Android sowie iOS vollständig ab. Reale Geräte, Emulatoren und Simulatoren werden automatisch erkannt – ein Umgebungswechsel erfordert keine Umbauaktion. Mobile Device Clouds lassen sich mit wenigen Handgriffen einbinden.

Die Architektur folgt dem Page Object Model und stützt sich auf klar abgegrenzte Manager-Klassen für Gerät, Treiber, Konfiguration und Testdaten. Was das Framework außerdem auszeichnet: Testdaten und Authentifizierungstoken werden nicht manuell gepflegt, sondern zur Laufzeit automatisch über VPN-Tunnel aus angebundenen Webservices bezogen – ein Ansatz, der den Pflegeaufwand deutlich reduziert und die Stabilität der Testabläufe spürbar erhöht.

Der Vortrag gibt einen ehrlichen Einblick in eine gewachsene Projektarchitektur – mit konkreten Entscheidungen, realen Erfahrungen und dem, was andere direkt mitnehmen können.

Michael Soyka

Michael Soyka

Kraftfahrt-Bundesamt [KBA]

Michael Soyka ist seit acht Jahren im Softwaretest tätig und betreut seit fünf Jahren als Test Manager Projekte und Anwendungen rund um das Fahrzugregister beim Kraftfahrt-Bundesamt [KBA]. Zusammen mit einem motivierten Team verfeinert er dort Strategien zur Testautomatisierung für nationale und internationale Anwendungen, die das KBA zur Verfügung stellt. Hierbei kommen ihm Erfahrungen zugute, die er bei seiner vorherigen 14-jährigen Tätigkeit bei der Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft mbH als Entwicklungsingenieur für Fertigungs- und Logistiksimulation sowie Prozessoptimierung sammeln konnte.

Süleyman Simsek

Süleyman Simsek

conet Deutschland

Süleyman Simsek ist seit rund zehn Jahren im Softwaretest tätig und arbeitet seit drei Jahren als Senior Test Specialist (Test Automation Engineer) bei conet Deutschland GmbH. Sein Schwerpunkt liegt auf der Konzeption und dem Aufbau von Testautomatisierungsarchitekturen sowie der Entwicklung skalierbarer Frameworks – für mobile, web- und desktopbasierte Anwendungen. In dieser Rolle hat er ein plattformübergreifendes Mobile-Framework für Android und iOS entwickelt und erfolgreich in einem Behördenprojekt eingesetzt

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Dr. Andreas Reuys

Dr. Andreas Reuys

Rainer Deußen

Rainer Deußen