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Culture & Agile Teams

Agile Transformation | Vom einzelnen Menschen bis in die Tiefen Ihrer Organisation!

Am 13. Juni 2019 fand der zweite Workshop „Culture & Agile Teams“ der ASQF-Fachgruppe Agilität Österreich im Rahmen des Agilen Experiments „Aufbau der Agile Community Austria als agiles Unternehmen“ in den Räumlichkeiten der Nagarro GmbH in Wien statt. Stand bei unserem ersten Treffen im März noch die persönliche Komponente im Mittelpunkt, widmeten wir uns nun den Perspektiven, die bei der agilen Transformation ganzer Teams zur beachten sind.

Culture

„Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen“

Das 5. agile Prinzip aus dem Agilen Manifest ruft es in Erinnerung: Es reicht nicht aus, sich nur mit agilen Methoden oder Praktiken zu beschäftigen und diese zu implementieren! Langfristig erfolgreich sind agile Ansätze nur, wenn das Umfeld, die Unternehmens-Kultur, sowohl dem Einzelnen als auch den (Projekt-) Teams den entsprechenden Rahmen bietet.

Daher haben wir uns Eingangs die Frage gestellt, in welcher Kultur wir eigentlich arbeiten und unseren Überlegungen das Core Culture Model von William E. Schneider zu Grunde gelegt. Andreas Mayerhofer-Bollek (Erste Group IT) erläuterte dieses Modell in seiner einleitenden Key Note.

Das Model benennt die vier folgenden Kernkulturen:

  • Anweisungskultur (Control Culture)
  • Zusammenarbeitskultur (Collaboration Culture)
  • Vervollkommnungskultur (Cultivation Culture)
  • Kompetenzkultur (Competence Culture)

Jede dieser Kulturen hat einen spezifischen Umgang mit Führung, Autorität, Entscheidungsfindung, Leistungsmessung und den Beziehungen zu Partnern und Kunden. William Schneider klassifiziert seine vier Kulturformen auf den beiden Achsen Inhalt und Prozess. Mit Inhalt ist die Blickrichtung der Organisation gemeint, der Fokus für Aufmerksamkeit. Die Inhaltsachse hat die Endpunkte Wirklichkeit und Möglichkeit. Mit Prozess ist die Art der Bewertung und Entscheidungsfindung gemeint. Die Prozessachse hat die Endpunkte persönlich und unpersönlich.

Eine zuvor durchgeführte „Blitzabfrage“ unter den Teilnehmern brachte folgendes, nicht überraschendes Bild:

Die Anweisungskultur ist die vorherrschende Kultur in vielen Unternehmen. Fakten und das Hier und Jetzt sind wichtiger als das, was sein könnte. Was zählt sind Wachstum und Größe.

Doch wie verträgt sich dies mit den verschiedenen agilen Ansätzen, die in vielen, mittlerweile ja fast allen Unternehmen umgesetzt werden (sollen)?

In einer ersten Gruppenarbeit haben die Teilnehmer daher die zentralen Werte aus

  • Scrum
  • Kanban
  • agiles Manifest und
  • Craftsmanship

den unterschiedlichen Kulturfeldern zugeordnet.

 

Die Ergebnisse, erkennbar an der Verteilung der Farben, machen die „People Orientation“ von Scrum (gelb) und dem agilen Manifest (magenta) deutlich, während Kanban (grün) eher dem Quadranten der Anweisungskultur und Craftsmanship (orange) jenem der Kompetenzkultur zugeordnet wurde:

 

Die Bilder offenbaren auch die vielerorts existenten Konflikte in Organisationen, die auf agile Praktiken setzten, die zu Grunde liegende Kultur den Transformationsprozess in die agile Welt jedoch (noch) nicht geschafft hat.

Was ist also insbesondere im Transformationsprozess für Teams von großer Bedeutung:

  • Klare Vision und Abklärung von Erwartungshaltungen
  • Die Kommunikation nach Innen und mit der Umwelt
  • Gegenseitiger Respekt und Zusammenarbeit auf Augenhöhe
  • Teamziele statt individuelles Heldentum
  • Transparenz und stetiges Lernen in einer gesunden Fehler und Erfolgs-Kultur
  • Spaß an der Arbeit

 

Beim anschließenden Networking konnten die Ergebnisse noch vertieft und der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern intensiviert werden. Natürlich kam bei Brötchen und Getränken das leibliche Wohl auch nicht zu kurz!

Die Fachgruppe Agilität Österreich bedankt sich bei allen TeilnehermerInnen für ihr Kommen und die intensive Mitgestaltung des Abends, beim ASQF für die organisatorische und kulinarische Unterstützung und bei Nagarro Österreich für die freundliche Aufnahme in ihren Räumlichkeiten.

Bei unserem nächsten Workshop am 26. September 2019 werden wir Veränderungsprozesse im Rahmen der agilen Transformation auf der Organisationsebene betrachten. Am 24. Oktober 2019, am ASQF-Day „Agile Night Austria“ fassen wir dann unsere Erlebnisse aus den drei Workshops des Jahres zusammen und diskutieren diese, angereichert um Berichte aus weiteren konkreten agilen Transformationen auf allen Ebenen.

Wir freuen uns schon sehr auf diese nächsten Treffen, bei denen wir gemeinsam, in der agilen Community, wieder viel Neues lernen werden.

 

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