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PM-Day 2020: „Hilfe, meine Teams arbeiten remote – und dabei wollten wir doch agil sein!“

Ursprünglich vor Ort in Fürth geplant, wurde der diesjährige geplante Project Management Day in den digitalen Raum verlegt.

Damit nutzte der ASQF die aktuellen Umstände als Chance und bot zum ersten Mal einen ASQF Day als überregionalen, virtuellen Event an. Auch der Titel änderte sich: Hieß es vorher noch „Hilfe, meine Teams arbeiten agil!“ stand der 15. Juli nun unter dem Motto „Hilfe, meine Teams arbeiten remote – und dabei wollten wir doch agil sein!“.

In der neuartigen Situation mit Corona wurden Fragen sichtbar wie:

  • Wie verkraftet eine hierarchisch strukturierte Organisation agile Teams, die sie jetzt nicht mal mehr räumlich unter Kontrolle hat?
  • Wie geht Agilität überhaupt, wenn alle remote arbeiten? Welche Regeln werden in den Teams aufgestellt, um den Schwierigkeiten von Skype, Teams & Co zu begegnen?
  • Wie verkraftet eine hierarchisch strukturierte Organisation agile Teams, die sie jetzt nicht mal mehr räumlich unter Kontrolle hat?

Mit drei Vorträgen, einer Autorenlesung und zwei Workshops präsentierten die Referent*innen auf diese Fragen erste Antworten, Praxisbeispiele und Denkansätze.

In den Tag starteten Christian Kram und Sarah Schuh von oose Innovative Informatik mit der Keynote „Heart of Agile revisited – Als selbstorganisiertes Unternehmen neue Wege gehen in Corona Zeiten“. Anhand des Modells „Heart of Agile” zeigten die beiden auf, wie ein Unternehmen mit den agilen Prinzipien „Collaborate, Deliver, Improve, Reflect“ während der Krise agieren kann und warum es bei Ihnen im selbstorganisierten Unternehmen so gut funktioniert hat. So wurden Formate wie z.B. Lean Coffee remote entwickelt und es wurde vorgestellt, wie man schnell reagiert und mit Onlinefähigkeiten in der Didaktik handlungsfähig bleibt. 

Katrin Greßer und Annika Leopold (EinfachStimmig) gaben danach in ihrem Workshop „Virtuell führen und Ideen für agiles Remote-Arbeiten mit Mural gewinnen“ Impulse und Tipps, wie virtuelle Führung funktionieren kann. Damit sich die Remote-Arbeit nicht wie ein Arbeiten aus der Telefonzelle anfühlt, setzen die zwei vor allem auf sozialen Austausch im virtuellen Raum, u.a. mit Möglichkeiten zur zwanglosen Interaktion, wie in einer Kaffeepause. Gleichzeitig muss die Führung Empathie gegenüber den Team-Mitgliedern zeigen. Interaktiv wurde der Workshop bei der Vorstellung des Tools “Mural”, mit dem Teams virtuell zusammenarbeiten können. Alle Konferenzteilnehmer konnten gleichzeitig unter Anleitung ein Mural-Board benutzen und sich austesten.

Julia Reichhart (Aus Ruhe in Bewegung) berichtete aus Ihren Erfahrungen als Scrum Masterin für ein remote arbeitendes Team in ihrem Vortrag „Wie „Agil“ kann ein Remote Team arbeiten?“. In ihrer Arbeit als Scrum Masterin hat Julia Reichhart angelehnt an das Modell der “5 Dysfunktionen eines Teams” fünf Werte ausgemacht, mit denen die Teamarbeit auch remote funktionieren kann: Offenheit, Respekt, Commitment, Mut und Fokus. Besonders wichtig sind dabei die Kommunikation, die gemeinsamen Werte und Zwischenmenschliches. Gleichzeitig gab sie noch Hinweise auf Methoden, Spiele und Tools für die virtuelle Zusammenarbeit.

Aus einer anderen Situation heraus berichteten Jürgen Schmidschneider (KSB SE & Co. KGaA – Pumpen und Armaturen) und Norbert Kastner (ASQF) im Dialog von einer „Reise durch das Coronatal zum Berg der Agilität“. So sind viele Produktionsbetriebe, wie die KSB-Pumpen klassisch hierarchisch aufgestellt. Jürgen Schmidschneider ist Mentee bei Norbert Kastner im Cross Mentoring Programm in der Metropolregion Nürnberg und versucht im Rahmen dieses Programms, seine Abteilung agiler zu gestalten. Mitten in diesen Transformationsprozess brach die Corona-Krise auf das Unternehmen ein und die Mitarbeiter*innen mussten von einem Tag auf den anderen in das Homeoffice geschickt werden. Im Gespräch wurden sowohl Fortschritte als auch Rückschläge durch die Krise präsentiert.

Die Podiumsdiskussion am Nachmittag war für die Teilnehmer*innen die Chance, um direkt Fragen zu stellen und mit den Referent*innen ins Gespräch zu kommen. Diskutiert wurde, wie man die zwischenmenschlichen Aspekte remote betonen kann. Vorgeschlagene Lösungen der Referent*innen waren dabei u.a. Feelgood-Manager, persönlicher Check-In, Kennenlern-Spiele. Auch zugeschaltete Teilnehmer*innen berichteten aus ihren Erfahrungen mit Homeoffice und wie man eine Balance findet zwischen remote und Präsenzarbeit und dem professionellen und persönlichen Zusammenarbeiten. Die Einarbeitung in verschiedene Kollaborationstools wurde ebenfalls ausführlich diskutiert.

Abends konnten sich die Teilnehmer*innen zwischen einem Workshop zur „Kollegialen Beratung“ von Silvia Haas (EinfachStimmig) und der Lesung von Dr. Anne Kramer (sepp.med GmbH) aus ihrem Roman „In Zeiten der Grippe“ entscheiden. 

Beim Workshop von Silvia Haas wurde im vertraulichen Rahmen einer Kleingruppe anhand eines spontan vorgestellten Fallbeispiels aufgezeigt, wie das Konzept „Kollegiale Beratung“ funktioniert. Die 8 Teilnehmer*innen konnten dabei Erkenntnisse und Impulse für ihre eigenen Themen mitnehmen.

Dr. Anne Kramer las aus ihrem Projektmanagement-Krimi „In Zeiten der Grippe“ vor. Geschrieben und veröffentlicht noch vor Corona beschreibt der Roman, wie eine Stadt von einer rätselhaften Krankheitswelle heimgesucht wird, die ein High-Tech-Unternehmen besonders hart trifft. 

Bei über 90 Registrierungen hinterließen viele ein positives Feedback mit den Stichworten: „praxisnah, informativ, inspirierend, spannend, vielfältig“. Auch das ASQF-Team und die Fachgruppe „People, Projects and Processes“ zeigte sich sehr zufrieden mit dem ersten virtuellen PM-Day. Die Aufzeichnungen sind exklusiv für Mitglieder im ASQF Net erhältlich. 

Ein Dankeschön an dieser Stelle an die Goldsponsoren EinfachStimmig, infoteam Software AG, die Sponsoren iSQI und Qentinel und unseren Medienpartner dpunkt.Verlag.

 

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